Andrea Ross Buchautorin

„Manchmal muss man loslassen können, auch wenn es schmerzt.

Nur so schafft man Platz für Neues.“

ANDREA ROSS

 

Andrea Ross, geboren am 28. Oktober 1962 im oberfränkischen Bayreuth, hat ihrer kühlen deutschen Heimat zusammen mit ihrem Lebensgefährten im Sommer 2010 den Rücken gekehrt, ließ ihr altes Leben komplett dort zurück. Nicht ohne Grund. Sie war in Deutschland als Verwaltungsbeamtin tätig, sorgte als berufstätige Mutter für drei Kinder. Heute wohnt sie als Schriftstellerin und Inhaberin zweier Kleinunternehmen mit ihrem Lebensgefährten an der Costa Blanca und lebt ihren Traum.

Was hat Sie eigentlich dazu bewogen, einen bombensicheren Beamtenberuf aufzugeben?

Ich habe diesen starrsinnigen Beruf 31 Jahre lang wider Willen ausgeübt, auch noch mit Erfolg. Fast jeden Tag fragte ich mich, weshalb ich mich eigentlich nicht davon befreie .Die Antwort war immer dieselbe: wegen der Sicherheit, für meine Kinder. Bis sich psychische Probleme bemerkbar machten. Da musste ich mich entscheiden: Sicherheit oder Gesundheit.

War das nicht leichtsinnig, wie hat Ihre Familie diese weitreichende Entscheidung aufgenommen?

Selbstverständlich stieß ich zunächst auf Unverständnis, teilweise auf herbe Kritik. Aber als Freunde und Familie merkten, dass ich plötzlich wirkte, als wäre ich von einer großen Last befreit, ging vielen ein Licht auf. Endlich durfte ich Diejenige sein, die ich bin – ohne mich ständig verbiegen zu müssen. Ich habe schon immer gerne geschrieben, vom Schulaufsatz bis hin zu Zeitungsartikeln.

Der Berufswechsel war nicht der erste Umbruch in Ihrem Leben…

Stimmt genau. Ich besitze eine sehr ehrliche, geradlinige Persönlichkeit, bin äußerst verlässlich, dafür aber oft auch recht stur und nachtragend. Damit kann nicht jeder Mensch umgehen. So blicke ich heute auf drei gescheiterte Ehen zurück, doch mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Denn aus jeder dieser Ehen habe ich eines meiner Kinder zurückbehalten, zusammen mit einem reichen Erfahrungsschatz. Was mich nicht umbringt, macht mich härter. Mittlerweile habe ich endlich den Mann fürs restliche Leben gefunden …

Apropos hart! Ihre Kinder leben nicht mit Ihnen hier in Spanien?

Nein, alle drei sind in Deutschland geblieben. Das ist nicht immer leicht für mich, selbstverständlich versetzt mir dieser Gedanke oft schmerzhafte Stiche mitten ins Herz. Allerdings habe ich die Gewissheit, dass mein Jüngster (heute 15 Jahre alt) bei seinem Vater gut aufgehoben ist. Die beiden Älteren (28 und 22) stehen längst auf eigenen Beinen. Wir besuchen uns gegenseitig mehrmals im Jahr.

Als Erstlingswerke schrieben Sie zwei Bücher gleichzeitig. Wie kam es dazu?

Gute Frage. Eines davon ging aus Tagebuchaufzeichnungen hervor, die mir einst dabei geholfen haben, ausgesprochen widrige Lebensumstände von der Seele zu schreiben. Dem Buch liegt die extrem belastende Scheidung meines Lebensgefährten zugrunde, es geht um einen wahren „Rosenkrieg“. Nur schlimmer, weil Kinder dabei als Druckmittel benutzt wurden und diverse Behörden ihre Inkompetenz gründlich bewiesen. Ich saß hierbei zwischen allen Fronten. Inzwischen sind aus dieser Geschichte drei Bände geworden. Ja, Scheidung kann eben tödlich sein …

Ist das der Titel des Buches?

Genau. Mein damaliger Verlag hat ihn so übernommen, denn er sagt im Grunde alles aus. Zumindest für die Vernunft scheint Scheidung sehr häufig tödlich zu sein.

Das andere Buch war damals ein Endzeit-Roman?

Richtig, er ist seit September 2011 auf dem Markt. Die Reihe „Himmel“ umfasst mittlerweile aber auch schon drei Bände. Darin habe ich meine Liebe zur Stadt Prag verarbeitet und ein abenteuerliches Zukunftsszenario für die Welt gemalt. Es ist ja tatsächlich so, dass ein Asteroid namens "Apophis" in Richtung Erde rast und in wenigen Jahren - hoffentlich - knapp an ihr vorbeifliegen wird.

Und dann legten Sie kräftig nach …

Oh ja, ich kann gar nicht so schnell schreiben, wie mir die Geschichten einfallen. Da habe ich sowieso merkwürdige Angewohnheiten: Ich kenne stets den Beginn der Geschichten und weiß ungefähr, wohin das Ganze führen soll, doch vom Ende muss ich mich trotzdem immer selbst überraschen lassen. Beim Schreiben entwickelt sich eine Eigendynamik, als würde ich selbst die geschilderten Ereignisse durchleben. Es ist wie im richtigen Leben: Man kann nie genau abschätzen, was morgen kommt. Inzwischen gibt es von mir schwarzhumorige Ratgeber, eine Science-Fiction-Reihe und einen Katastrophenroman. Auch Covid-19 wird mich nicht aufhalten können. Autoren sitzen ohnehin vor dem Rechner, ganz egal, was draußen passiert.

Bald erscheinen meine Bücher unter neuer ISBN beim Bremer XOXO-Verlag. Ich freue mich auf die neue Herausforderung!

Andrea Ross, im Frühjahr 2020

 

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